Die Universität von Cambridge fand in einer Studie heraus, dass 87% der Android-Geräte nicht sicher sind. Das liegt u.a. an den relativ niedrigen Sicherheitsanforderungen des Androidsystems, an die sich App-Entwickler halten müssen. Damit können Viren und Schadsoftware das eigene Smartphone bedrohen, und der Schutz der eigenen Daten kann mangelhaft sein.
Technisch sind die meisten Android-Geräte hochwertige Smartphones, weshalb man diese trotz der möglichen Sicherheitsbedenken ungern hergeben möchte. Was können Besitzer eines solchen Smartphones also tun? Sie können selbst in Aktion treten und Sicherheits-Apps nutzen. Bei einer Suche bekommt man dutzende entsprechender Apps als Ergebnis angezeigt – im Folgenden stellen wir die besten Sicherheits-Apps für Android vor.

Sicher Surfen mit Firefox Klar 

Beginnen wir beim Browsen im Internet. Ein empfehlenswerter Webbrowser ist Firefox Klar (außerhalb Deutschlands auch als Firefox Focus bekannt). Ursprünglich war die App ein reiner Werbeblocker. Sie wurde aber relativ schnell zum Webbrowser weiterentwickelt. Der Vorteil ist, dass der Nutzer dauerhaft im privaten Modus surft. Es wird großer Wert auf Privatsphäre gelegt. Standardmäßig ist bei Firefox Klar eingestellt, dass keine Werbung oder Tracker das eigene Surfverhalten verfolgen. Bei anderen Browsern muss dies meist erst manuell eingestellt werden. Ebenfalls gibt es keine Analyseverfolgung oder eine Verfolgung durch soziale Netzwerke.  Zudem können alle Daten einer laufenden Sitzung jederzeit durch einen Klick gelöscht werden.

Bouncer – Kontrolle über Zugriffsrechte behalten 

Oftmals benötigt eine App viele Zugriffsrechte auf das eigene Smartphone. Vielleicht muss die App auf die Kamera zugreifen, auf die Fotogalerie oder auf den Standort – unter Umständen sogar auf alles gleichzeitig. Das ist in den meisten Fällen unumgänglich (eine App zur Fotobearbeitung wäre nutzlos, wenn sie nicht auf die Fotos zugreifen kann). Aber wer möchte schon, dass die App auch auf Daten zugreifen kann, wenn sie nicht benutzt wird? Nicht jeder Nutzer schließt die App zudem nach Benutzung vollständig. Hierbei kann Bouncer helfen. Sobald der Nutzer eine App schließt, entfernt Bouncer automatisch alle Zugriffsrechte, die der App bei der Nutzung gegeben wurden. So muss man sich keine Sorgen mehr machen, was eine App im Hintergrund treibt, wenn sie augenscheinlich geschlossen wurde. Das klingt praktisch und sinnvoll, nichtsdestotrotz muss natürlich den Entwicklern von Bouncer Vertrauen entgegengebracht werden. Denn der App wird Zugriff auf die Datenschutzeinstellungen des Smartphones gegeben. Darüber sollte man sich bewusst sein, wenn man sich dazu entscheidet, die App herunterzuladen.

Alternativen zu WhatsApp – Signal und Telegram 

Ohne Frage ist WhatsApp der weltweit am meisten genutzte Messenger. Doch Kritiker bemängeln schon länger den mangelhaften Datenschutz und die Tatsache, dass WhatsApp zu Facebook gehört. Alternativen gibt es genug. Immer beliebter werden z.B. die Messenger Signal und Telegram, bei denen man inzwischen durchaus den ein oder anderen Freund in der Kontaktliste wiederfindet. Signal arbeitet mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Basis eines quelloffenen Signals Protocol™. Nach Angaben der Entwickler handelt es sich zudem um eine unabhängige Organisation. Es gibt keine Werbung und kein Tracking.

Auch Telegram ist ähnlich aufgebaut und verspricht einen hohen Datenschutz. Der Messenger kommt inzwischen auf über 400 Millionen Nutzer weltweit. Es sticht vor allem damit hervor, dass es möglich ist, Gruppen von bis zu 200.000 (!) Mitgliedern zu erstellen. Neben der Funktion als normaler Messenger ist der Messenger also eine hervorragende Möglichkeit, eine Online-Community zu koordinieren.

Verschlüsselt Surfen mit VPN 

Ein weiteres Plus an Sicherheit bietet ein VPN-Dienst (virtuelles privates Netzwerk), den man sich als App downloaden kann. Es gibt zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Dienste im Google Play Store. Ein VPN verschlüsselt den gesamten Internetverkehr und verbirgt die eigene IP-Adresse, womit man im Internet nicht mehr eindeutig zu identifizieren ist. Es verbindet sich nicht mehr das eigene Smartphone mit der besuchten Seite, sondern der Server des VPN-Dienstes übernimmt das. Die Seiten, die man besucht, sehen dann ausschließlich die IP-Adresse des VPN-Servers.

Zudem sind alle übertragenen Daten verschlüsselt, die man von sich preisgeben könnte. Sensible Daten wie Passwörter sind auf diese Weise deutlich besser geschützt.

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