
Weil es kaum mehr Zinsen auf dem Sparbuch gibt, gab es in den vergangenen Monaten einen wahren Ansturm auf die Aktienmärkte. Der Handel mit Wertpapieren brummt. Spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich zudem eine neue Generation von Anlegern in Richtung Aktienmärkte aufgemacht. Junge Menschen haben aber meist gar kein Wertpapierdepot bei einer klassischen Bank mehr. Die meisten von ihnen erledigen ihre Angelegenheiten, seien es Einkäufe oder Behördengänge, nur noch am Handy. Warum also nicht auch den Handel mit Aktien? Per Smartphone-Broker.
Dass die Aktienmärkte auf Rekordjagd sind und vor allem die Kurse von Tech-Papieren auf ungeahnte Höhen entschwanden, ist nicht zuletzt jungen Anlegern zu verdanken, die Lust auf den Handel mit Aktien bekommen haben. Manche Beobachter sehen dafür Langeweile und das aufgrund mangelnder Ausgehmöglichkeiten mehr zur Verfügung stehende Geld während der Corona-Beschränkungen verantwortlich. Außerdem machen es die sogenannten Smartphone-Broker Interessierten so leicht wie nie, in den Handel zu starten – und das auch noch im Vergleich günstig. Einen Überblick über die besten Anbieter erhaltet ihr auf Brokererfahrungen24.de.
Kostenlos Aktien handeln mit Neobrokern
Die geringen Kosten und die einfache Bedienung sind dann auch die Hauptargumente für Kunden, sich einen Smartphone-Broker zu wählen. Zumindest bei den ganz großen Branchenvertretern kann man auch gar nicht viel falsch machen, wie ein Test der Finanzexperten von der Stiftung Warentest zeigt. Die Experten haben die Anbieter Finanzen.net Zero, Scalable Capital, Trade Republic und Justtrade unter die Lupe genommen. Erstes Fazit: Mit den sogenannten Neobrokern können Nutzer Akzien und ETF nahezu kostenlos handeln. Damit ist auch häufiges Handeln mit Wertpapieren möglich, ohne dass dabei die Rendite gedrückt wird. Das ist bei klassischen Anbietern nicht so.
Die Anbieter Finanzen.net Zero – wie der Name schon sagt – und Justtrade bieten Investoren einen kostenlosen Aktienhandel. Allerdings muss die Anlagesumme dazu mindestens 500 Euro betragen. Bei Trade Republic wird 1 Euro pro Order fällig. Das ist im Vergleich auch sehr günstig. Etwas unübersichtlicher ist es bei Scalable Capital, denn da gibt es mehrere Depotvarianten. Im Abomodell Prime Broker etwa zahlt man 2,99 Euro pro Monat und kann dafür in diesem Zeitraum beliebig Wertpapiere kaufen und wieder verkaufen.
Smartphone-Broker funktionieren laut Test reibungslos
Am wichtigsten für Interessenten dürfte sein, dass der Handel auch über einen längeren Zeitraum reibungslos funktioniert. Das ist laut Finanztest so. Es gab keine nennenswerten Aufschläge bei bekannten Aktien oder ETF, wenn man das Ganze mit dem Xetra-Handel der Deutschen Börse vergleicht. Die Befürchtung, dass es eine größere Handelsspanne geben könnte, weil man ein kostenloses Angebot nutzt, bewahrheitete sich nicht.
Einen Nachteil gibt es aber schon, auch wenn das die meisten Nutzer kaum stören dürfte. Bei Trade Republic und Finanzen.net Zero ist man auf einen einzigen Handelsplatz angewiesen, Justtrade bietet immerhin drei. Aber Xetra oder ausländische Börsen sind tabu. Immerhin kann man bei Scalable Capital Xetra als zweiten Handelsplatz nutzen. Experten zufolge sollten Nutzer daher nicht zu Randzeiten, also etwa nach 17:30 Uhr handeln. Auch exotische Aktien sind nicht zu empfehlen. Letztlich kann Finanztest aber alle vier Anbieter empfehlen. Es gab keine gravierenden Mängel.
Einfacher Einstieg in Trading-Apps als potenzielles Problem
Für Neu-Investoren könnte derweil genau der einfache Einstieg in die Trading-Apps problematisch sein. Einfach, weil es möglich sei, dass die Smartphone-Broker dadurch ihre Nutzer zum Zocken verleiten könnten. Wenn das Kaufen und Verkaufen wenig bis nichts kostet, lädt das natürlich zum Handeln mit Wertpapieren ein. Das könnte aber zu hohen Verlusten führen.
Wer sich nicht oder nur wenig auskennt, sollte daher eher langfristig agieren, also Aktien kaufen und liegenlassen oder auf einen ETF setzen. Langfristig sind Zuwächse zu erwarten, auch wenn es kurz- und mittelfristig mal bergab geht. Wie bei allen Anlageformen gilt aber auch für Aktien: Investiert nur Geld, das ihr auch verschmerzen könnt.
