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Alte Handytarife können richtig teuer sein – Bund erleichtert Wechsel

Alte Handytarife
Alte Handytarife können ins Geld gehen. (Bild: Pixabay/stux)

Alte Handytarife können für unaufmerksame Nutzer sehr teuer sein – insbesondere, wenn es um das mobile Surfen geht. Ein Fall, laut dem ein Rentner für 1 GB rund 19.000 Euro zahlen müsste, sorgte zuletzt für Schlagzeilen. Dabei ist das Wechseln jetzt deutlich einfacher.

Für viele Handynutzer gehören das Surfen im Internet, das Chatten und (Video-)Telefonieren per Whatsapp oder das Streaming von Musik und Serien auch unterwegs zum täglichen Verhalten. Für manche Menschen, die noch alte Handytarife haben, kann das aber richtig teuer sein.

Richtig teuer: Aktive alte Handytarife

Immer noch laufen offenbar bei einigen Firmen aktive Verträge, die bei einer mittlerweile normalen Handynutzung schnell zu einer Handyrechnung im fünfstelligen Bereich führen könnte. So berichtet der Rechtsanwalt Peter Nagel, dass ein deutscher Mobilfunkanbieter einen Altvertrag bewirtschafte, bei dem 1 GB Datennutzung mit 19.000 Euro zu Buche schläge.

Nagel zufolge handelt es sich bei dem Betroffenen um einen Rentner, der den Vertrag über lange Zeit nur zum Telefonieren genutzt habe. Der Preis von 19 Euro je MB für die Datennutzung sei daher nicht aufgefallen. Jetzt flatterte dem älteren Herren eine Rechnung über 23,47 Euro ins Haus – für den Verbrauch von 1.470 KB Daten. Laut Nagel liege diese Praxis „circa 1.000.000 Prozent über dem Marktpreis“.

Übermäßig hohe Handyrechnungen

Der vorliegende Fall dürfte aber nicht der einzige sein, bei dem es zu übermäßig hohen Handyrechnungen kommen kann, wie man in den Handytarife News nachlesen kann. So fallen in den älteren Genion-Tarifen im O2-Netz (2006) für eine 30-MB-Flatrate noch 5 Euro an. Pro MB Daten wären das 50 Cent. Das ist zwar nicht so viel wie bei dem oben beschriebenen Extremfall des Rentners. Die Handyrechnung kann so aber auch schnell sehr teuer sein.

Ein weiteres Beispiel für einen teuren Altvertrag gefällig? Bei den Telly-Tarifen der Deutschen Telekom (2004) rechnet der Konzern nach Zeit ab. Für eine Stunde Surfen müsste man demnach 17 Euro bezahlen. Auf den Monat gerechnet kann auch das sehr schnell ins Geld gehen.

Altverträge selten, meist sind Tarife umgestellt

Glücklicherweise sind solche Altverträge selten geworden. Im Normalfall versuchen die Mobilfunkfirmen, die Kunden mit jeweils frischen Konditionen zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen. Auch zwischendurch ist es durchaus üblich, dass Kunden – etwa per Telefon – meist bessere Verträge angeboten bekommen. Die Telekomfirmen wollen so die Kundenbindung erhöhen.

Sicher nicht schaden kann es, bei älteren Verwandten wie Oma und Opa mal in den Handyvertrag zu schauen und gegebenenfalls nachzuoptimieren. Beim Abschluss neuerer Verträge ist zum Beispiel oft eine Allnet-Flat und ein fixes Datenvolumen inkludiert. Viele Firmen bieten auch spezielle Seniorenverträge an.

Bund beschließt kürzere Vertragslaufzeiten

Wer mit seinem Anbieter – oder jenem von Oma und Opa – nicht mehr zufrieden ist, kann sich über ein neues Gesetz freuen, dass die Große Koalition noch vor der Sommerpause verabschiedet hat. Demnach sind Vertragslaufzeiten für Handytarife, aber auch für Streamingdienste oder Fitnessstudios, künftige gesetzlich auf ein Jahr befristet.

Längere Verträge sind zwar weiterhin möglich. Aber nur noch dann, wenn der Anbieter ebenfalls einen entsprechenden 1-Jahresvertrag mitanbietet, der höchstens 25 Prozent teurer sein darf. Auch neu: Verträge, die sich bisher automatisch verlängert haben, lassen sich künftig monatlich kündigen. Insgesamt soll so der „Wechsel zu attraktiveren und preisgünstigeren Angeboten“ erleichtert werden, wie Justizministerin Christine Lambrecht erklärte.

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Über mich

Jörn Brien ist Chefredakteur und Betreiber von Honornews – deinem inoffiziellen Honor-Blog. Der Journalist arbeitet(e) für verschiedene namhafte Publikationen in Deutschland und Österreich, darunter Golem, Kurier, t3n, e-media, Futurezone und pressetext. Darüber hinaus betreibt er Die Wirtschaftsnews.de, den Online-Buchshop Meine Buchhandlung Wien und mehrere Facebook-Gruppen sowie Blogs.

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